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Schließe deine Augen
Ronny saß auf der alten Decke am Rand von Groitzsch. Der Sommer roch nach gemähtem Gras und warmem Staub. Neben ihm lag Idefix, die Ohren flatterten im Wind, die Nase zuckte.
"Schließ mal die Augen", sagte Ronny leise zu seinem Bruder, der neben ihm lag und in den Himmel starrte. "Einfach nur zu machen."
Sein Bruder lachte. "Warum denn?"
"Weil du dann fliegst."
Er tat es. Und plötzlich war da nichts mehr von der Straße, von Terminen, von dem was weh tat. Nur noch Wind. Wind im Gesicht, als würde man 300 auf einer Hayabusa fahren, nur ohne Motorrad. Das Gras unter den Händen wurde zu Sand, der Sand zu Wasser, das Wasser zu Licht.
In seinen Gedanken hob die Wiese ab.
Er sah Borna von oben, klein wie Spielzeug. Dann Erfurt, dann das Meer, das er so liebte. Das Rauschen war immer da, jetzt aber nicht nur im Ohr, sondern überall. Es trug ihn. Aus dem Rauschen wurden 80er Synthesizer, ein Beat wie ein Herzschlag - 120 Schläge pro Minute, exakt wie sein eigenes Herz, wenn er frei war.
Idefix bellte in seinem Kopf, aber es klang wie eine kleine Flöte. Er flog mit. Kleiner Biker mit Fliegerkappe, nun Astronaut. Neben ihm eine Gitarre, die niemand spielte und trotzdem spielte - von allein, vom Wind.
"Wo sind wir?", flüsterte sein Bruder, Augen immer noch zu.
"In der Galaxie", sagte Ronny. "Zwischen deiner Erinnerung und meinem Traum. Da wo alles leicht ist."
Tausend Sonnen zogen vorbei, jede einzelne warm wie die eine über Groitzsch an diesem Nachmittag. Er spürte keine Angst mehr vor dem Fallen. Denn wenn man die Augen zu hat und das Sonnenlicht trotzdem sieht, durch die Lider hindurch rot und gold, dann weiß man: Man fällt nicht. Man wird getragen.
Irgendwann wurden die Synthesizer leiser, das Meer wieder lauter. Das Gras kitzelte wieder an den Händen.
"Augen auf", sagte Ronny.
Sein Bruder öffnete die Augen. Die Wiese war noch da. Idefix lag noch da. Der Himmel war noch blau.
Aber in ihm drin war er gerade einmal um die ganze Welt und zurück durchs All geflogen. Und er wusste, dass er
Schließe deine Augen
Ronny saß auf der alten Decke am Rand von Groitzsch. Der Sommer roch nach gemähtem Gras und warmem Staub. Neben ihm lag Idefix, die Ohren flatterten im Wind, die Nase zuckte.
"Schließ mal die Augen", sagte Ronny leise zu seinem Bruder, der neben ihm lag und in den Himmel starrte. "Einfach nur zu machen."
Sein Bruder lachte. "Warum denn?"
"Weil du dann fliegst."
Er tat es. Und plötzlich war da nichts mehr von der Straße, von Terminen, von dem was weh tat. Nur noch Wind. Wind im Gesicht, als würde man 300 auf einer Hayabusa fahren, nur ohne Motorrad. Das Gras unter den Händen wurde zu Sand, der Sand zu Wasser, das Wasser zu Licht.
In seinen Gedanken hob die Wiese ab.
Er sah Borna von oben, klein wie Spielzeug. Dann Erfurt, dann das Meer, das er so liebte. Das Rauschen war immer da, jetzt aber nicht nur im Ohr, sondern überall. Es trug ihn. Aus dem Rauschen wurden 80er Synthesizer, ein Beat wie ein Herzschlag - 120 Schläge pro Minute, exakt wie sein eigenes Herz, wenn er frei war.
Idefix bellte in seinem Kopf, aber es klang wie eine kleine Flöte. Er flog mit. Kleiner Biker mit Fliegerkappe, nun Astronaut. Neben ihm eine Gitarre, die niemand spielte und trotzdem spielte - von allein, vom Wind.
"Wo sind wir?", flüsterte sein Bruder, Augen immer noch zu.
"In der Galaxie", sagte Ronny. "Zwischen deiner Erinnerung und meinem Traum. Da wo alles leicht ist."
Tausend Sonnen zogen vorbei, jede einzelne warm wie die eine über Groitzsch an diesem Nachmittag. Er spürte keine Angst mehr vor dem Fallen. Denn wenn man die Augen zu hat und das Sonnenlicht trotzdem sieht, durch die Lider hindurch rot und gold, dann weiß man: Man fällt nicht. Man wird getragen.
Irgendwann wurden die Synthesizer leiser, das Meer wieder lauter. Das Gras kitzelte wieder an den Händen.
"Augen auf", sagte Ronny.
Sein Bruder öffnete die Augen. Die Wiese war noch da. Idefix lag noch da. Der Himmel war noch blau.
Aber in ihm drin war er gerade einmal um die ganze Welt und zurück durchs All geflogen. Und er wusste, dass er
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