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Ronny zog am Seil und die knarrende Dachbodentreppe senkte sich wie eine Zugbrücke in eine vergessene Zeit. Oben roch es nach altem Holz, nach Papier und nach dem unverkennbaren, kühlen Duft von Jahrzehnten. Er war hier, um auszuräumen. Ein letztes Mal durch die stillgelegten Kulissen seiner Kindheit gehen. In der hintersten Ecke, unter einer vergilbten Decke, stand er: der alte Fernseher. Ein massiver Kasten aus Plastik und Holzfurnier, der Bildschirm so gewölbt wie ein grosses, graues Auge.
Als seine Finger den Staub von der Mattscheibe wischten, war es, als würde er einen Schalter umlegen. Ein leises Rauschen füllte die Stille, und eine Stimme, die unverkennbar die seines Vaters war, hallte in seiner Erinnerung wider: "Achtung, Achtung. In wenigen Sekunden beginnt das Abendprogramm. Die Familie sitzt bereit, die Schüssel mit den Flips steht auf dem Tisch. Die Röhre glüht, ein Flimmern in der Nacht... erinnerst du dich, Ronny?"
Und wie er sich erinnerte. Plötzlich war er wieder acht Jahre alt, eingeklemmt zwischen Mama und Papa auf dem riesigen, bunten Cord-Sofa. Der Gong von "Auf los geht's los" war das Startsignal für ein heiliges Ritual. Er sah Joachim Fuchsbergers blitzende Augen vor sich und hörte das Lachen seines Vaters, als bei "Wetten, dass..?" wieder einmal ein Baggerfahrer mit verbundenen Augen die richtige Cola-Sorte erschmeckte. Das war mehr als nur Fernsehen. Es war die heilige Allianz aus Sofa, Fernseher und Familie. Ein gemeinsamer Schein, der sie alle verband. Sein Vater, in seinem Sessel, war der unbestrittene König auf seinem Thron, die Fernbedienung sein Zepter.
Die Erinnerungen rasten weiter, schneller und bunter. Er sah seinen Bruder Daniel vor sich, wie sie bei der "Pyramide" wild mit den Händen fuchtelte, um einen Begriff zu erklären. Er spürte die atemlose Spannung, wenn Hans Rosenthal schrill "Dalli, Dalli!" rief und die Kandidaten zur Wabe sprangen. Er sah die krakeligen Zeichnungen der "Montagsmaler" und hörte Rudi Carrells unnachahmliches "Am laufenden Band", bei dem die ganze Fa
Ronny zog am Seil und die knarrende Dachbodentreppe senkte sich wie eine Zugbrücke in eine vergessene Zeit. Oben roch es nach altem Holz, nach Papier und nach dem unverkennbaren, kühlen Duft von Jahrzehnten. Er war hier, um auszuräumen. Ein letztes Mal durch die stillgelegten Kulissen seiner Kindheit gehen. In der hintersten Ecke, unter einer vergilbten Decke, stand er: der alte Fernseher. Ein massiver Kasten aus Plastik und Holzfurnier, der Bildschirm so gewölbt wie ein grosses, graues Auge.
Als seine Finger den Staub von der Mattscheibe wischten, war es, als würde er einen Schalter umlegen. Ein leises Rauschen füllte die Stille, und eine Stimme, die unverkennbar die seines Vaters war, hallte in seiner Erinnerung wider: "Achtung, Achtung. In wenigen Sekunden beginnt das Abendprogramm. Die Familie sitzt bereit, die Schüssel mit den Flips steht auf dem Tisch. Die Röhre glüht, ein Flimmern in der Nacht... erinnerst du dich, Ronny?"
Und wie er sich erinnerte. Plötzlich war er wieder acht Jahre alt, eingeklemmt zwischen Mama und Papa auf dem riesigen, bunten Cord-Sofa. Der Gong von "Auf los geht's los" war das Startsignal für ein heiliges Ritual. Er sah Joachim Fuchsbergers blitzende Augen vor sich und hörte das Lachen seines Vaters, als bei "Wetten, dass..?" wieder einmal ein Baggerfahrer mit verbundenen Augen die richtige Cola-Sorte erschmeckte. Das war mehr als nur Fernsehen. Es war die heilige Allianz aus Sofa, Fernseher und Familie. Ein gemeinsamer Schein, der sie alle verband. Sein Vater, in seinem Sessel, war der unbestrittene König auf seinem Thron, die Fernbedienung sein Zepter.
Die Erinnerungen rasten weiter, schneller und bunter. Er sah seinen Bruder Daniel vor sich, wie sie bei der "Pyramide" wild mit den Händen fuchtelte, um einen Begriff zu erklären. Er spürte die atemlose Spannung, wenn Hans Rosenthal schrill "Dalli, Dalli!" rief und die Kandidaten zur Wabe sprangen. Er sah die krakeligen Zeichnungen der "Montagsmaler" und hörte Rudi Carrells unnachahmliches "Am laufenden Band", bei dem die ganze Fa
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