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Die Tür im Wasser
Er stand wieder am Strand. Wie immer.
Hinter ihm die Stadt, die stank. Autos, die hupten, obwohl keiner mehr wusste wohin. Bildschirme, die sagten, wie man zu leben hatte. Und vor ihm – der Horizont. Diese verdammte Linie, die seit seiner Kindheit dieselben tausend Fragen stellte.
Er war müde davon, nur zu gucken.
An diesem Abend flimmerte der Horizont. Nicht wie Hitze. Wie eine Wunde im Himmel. Er kniff die Augen zusammen. Mitten im Wasser, vielleicht hundert Meter draußen, stand etwas. Eine Linie. Senkrecht. Aus nichts. Sie wurde breiter. Ein Rahmen. Aus flimmerndem Licht. Eine Tür. Allein. Ohne Wand.
Sein Herz blieb stehen.
Er hätte Angst haben müssen. Hatte er aber nicht. Es fühlte sich an, als hätte er sein Leben lang auf diese Tür gewartet.
Er ging ins Wasser. Der erste Schritt war kalt. Beim zweiten trug ihn das Wasser. Er sank nicht ein. Unter seinen Füßen leuchtete es kurz auf, bei jedem Schritt. Welle um Welle ging er. Das Meer hielt ihn. Als würde es sagen: "Endlich gehst du."
Kein Wind mehr. Keine Möwen. Nur sein Herz. Schlag um Schlag.
Vor der Tür blieb er stehen. Dahinter war kein Licht, kein Dunkel. Nur ein Flimmern, wie der Horizont selbst. Sie war einen Spalt offen. Warm. Er legte die Hand drauf.
Und ging durch.
Er fiel nicht. Er landete. Auf Sand. Wieder Strand. Gleiches Meer. Gleicher Himmel.
Aber die Luft... er konnte atmen. Wirklich atmen. Zum ersten Mal seit Jahren.
Am Ufer standen Wesen. Fast wie Menschen. Als sie ihn sahen, leuchteten sie leicht. Nicht aus Lampen. Aus der Brust. Einer kam zu ihm, legte ihm die Hand auf die Brust, sagte kein Wort. Und trotzdem verstand er: "Wie geht es deiner Seele?"
Er wollte antworten, brachte aber nur hervor: "Wo sind eure Chefs? Wer sagt euch, wie ihr leben sollt?"
Das Wesen lächelte. Sein Licht wurde wärmer. "Keiner. Wir haben damit aufgehört."
Er blieb. Einen Tag. Einen Monat. Er lernte, dass es hier keine stinkenden Autos gab. Die Technik summte nur, sie diente. Niemand presste den Boden aus. Sie fragten ihn, bevor s
Die Tür im Wasser
Er stand wieder am Strand. Wie immer.
Hinter ihm die Stadt, die stank. Autos, die hupten, obwohl keiner mehr wusste wohin. Bildschirme, die sagten, wie man zu leben hatte. Und vor ihm – der Horizont. Diese verdammte Linie, die seit seiner Kindheit dieselben tausend Fragen stellte.
Er war müde davon, nur zu gucken.
An diesem Abend flimmerte der Horizont. Nicht wie Hitze. Wie eine Wunde im Himmel. Er kniff die Augen zusammen. Mitten im Wasser, vielleicht hundert Meter draußen, stand etwas. Eine Linie. Senkrecht. Aus nichts. Sie wurde breiter. Ein Rahmen. Aus flimmerndem Licht. Eine Tür. Allein. Ohne Wand.
Sein Herz blieb stehen.
Er hätte Angst haben müssen. Hatte er aber nicht. Es fühlte sich an, als hätte er sein Leben lang auf diese Tür gewartet.
Er ging ins Wasser. Der erste Schritt war kalt. Beim zweiten trug ihn das Wasser. Er sank nicht ein. Unter seinen Füßen leuchtete es kurz auf, bei jedem Schritt. Welle um Welle ging er. Das Meer hielt ihn. Als würde es sagen: "Endlich gehst du."
Kein Wind mehr. Keine Möwen. Nur sein Herz. Schlag um Schlag.
Vor der Tür blieb er stehen. Dahinter war kein Licht, kein Dunkel. Nur ein Flimmern, wie der Horizont selbst. Sie war einen Spalt offen. Warm. Er legte die Hand drauf.
Und ging durch.
Er fiel nicht. Er landete. Auf Sand. Wieder Strand. Gleiches Meer. Gleicher Himmel.
Aber die Luft... er konnte atmen. Wirklich atmen. Zum ersten Mal seit Jahren.
Am Ufer standen Wesen. Fast wie Menschen. Als sie ihn sahen, leuchteten sie leicht. Nicht aus Lampen. Aus der Brust. Einer kam zu ihm, legte ihm die Hand auf die Brust, sagte kein Wort. Und trotzdem verstand er: "Wie geht es deiner Seele?"
Er wollte antworten, brachte aber nur hervor: "Wo sind eure Chefs? Wer sagt euch, wie ihr leben sollt?"
Das Wesen lächelte. Sein Licht wurde wärmer. "Keiner. Wir haben damit aufgehört."
Er blieb. Einen Tag. Einen Monat. Er lernte, dass es hier keine stinkenden Autos gab. Die Technik summte nur, sie diente. Niemand presste den Boden aus. Sie fragten ihn, bevor s
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