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Ein Kämpferherz
Der Morgen beginnt nicht mit dem sanften Licht der Dämmerung, sondern mit dem kalten Glas des Spiegels. Daniel steht davor, oder besser gesagt, die Hälfte von ihm steht. Die andere Hälfte, die linke, ist ein stummer Passagier in seinem eigenen Körper, ein stiller Schatten, den er jeden Tag aufs Neue kennenlernen muss. Er sieht einen Mann mit müden Augen, in denen ein Feuer brennt, das niemand löschen kann. Ein Feuer des Trotzes. Er hebt die rechte Hand, ballt sie zur Faust. „Ich bin ein Kämpfer“, flüstert er seinem Spiegelbild zu, und es ist kein Mantra, sondern ein Schwur.
Der Tag ist ein Gebirge aus kleinen, unüberwindbar scheinenden Gipfeln. Das Binden der Schuhe, das Greifen nach einer Tasse, der Weg durch den Flur. Jeder Schritt ist ein bewusster Akt des Willens, ein Krieg gegen die eigenen Nerven. Manchmal, wenn die Frustration ihn zu überwältigen droht, schließt er die Augen und schreit innerlich. Ein lauter, verzweifelter Schrei, der an den Wänden seines Schädels widerhallt: „Halbseitenlähmung, geh weg! Gib mir mein Leben zurück!“
In diesen Momenten der Dunkelheit fragt er sich oft, warum. Er blickt aus dem Fenster in den Himmel, der heute so unverschämt blau ist, und fragt einen Gott, an den er kaum noch glauben kann: „Was habe ich getan, um das zu verdienen? Womit habe ich dich so erzürnt?“ Er sieht die Bäume, die im Wind tanzen, die Vögel, die mühelos fliegen, und fragt die Natur: „Warum tust du mir das an? Für dieses Stück vom Leiden habe ich keinen Humor.“ Es gibt keine Antwort. Nur die Stille und das Pochen seines eigenen, kämpfenden Herzens.
Und dann geht die Tür auf.
Ronny kommt herein, ohne anzuklopfen, wie er es immer getan hat. In seiner Hand hält er zwei Tassen Kaffee. Er stellt eine davon vorsichtig auf den Tisch in Daniels Reichweite. Er sagt nichts über den Kampf, den er in Daniels Augen sieht. Er muss es nicht. Er sieht ihn jeden Tag.
„Physio in einer Stunde“, sagt Ronny nur und setzt sich. „Ich dachte, wir brauchen vorher noch etwas Treibstoff.“
Dieses Wort. Wir .
Ein Kämpferherz
Der Morgen beginnt nicht mit dem sanften Licht der Dämmerung, sondern mit dem kalten Glas des Spiegels. Daniel steht davor, oder besser gesagt, die Hälfte von ihm steht. Die andere Hälfte, die linke, ist ein stummer Passagier in seinem eigenen Körper, ein stiller Schatten, den er jeden Tag aufs Neue kennenlernen muss. Er sieht einen Mann mit müden Augen, in denen ein Feuer brennt, das niemand löschen kann. Ein Feuer des Trotzes. Er hebt die rechte Hand, ballt sie zur Faust. „Ich bin ein Kämpfer“, flüstert er seinem Spiegelbild zu, und es ist kein Mantra, sondern ein Schwur.
Der Tag ist ein Gebirge aus kleinen, unüberwindbar scheinenden Gipfeln. Das Binden der Schuhe, das Greifen nach einer Tasse, der Weg durch den Flur. Jeder Schritt ist ein bewusster Akt des Willens, ein Krieg gegen die eigenen Nerven. Manchmal, wenn die Frustration ihn zu überwältigen droht, schließt er die Augen und schreit innerlich. Ein lauter, verzweifelter Schrei, der an den Wänden seines Schädels widerhallt: „Halbseitenlähmung, geh weg! Gib mir mein Leben zurück!“
In diesen Momenten der Dunkelheit fragt er sich oft, warum. Er blickt aus dem Fenster in den Himmel, der heute so unverschämt blau ist, und fragt einen Gott, an den er kaum noch glauben kann: „Was habe ich getan, um das zu verdienen? Womit habe ich dich so erzürnt?“ Er sieht die Bäume, die im Wind tanzen, die Vögel, die mühelos fliegen, und fragt die Natur: „Warum tust du mir das an? Für dieses Stück vom Leiden habe ich keinen Humor.“ Es gibt keine Antwort. Nur die Stille und das Pochen seines eigenen, kämpfenden Herzens.
Und dann geht die Tür auf.
Ronny kommt herein, ohne anzuklopfen, wie er es immer getan hat. In seiner Hand hält er zwei Tassen Kaffee. Er stellt eine davon vorsichtig auf den Tisch in Daniels Reichweite. Er sagt nichts über den Kampf, den er in Daniels Augen sieht. Er muss es nicht. Er sieht ihn jeden Tag.
„Physio in einer Stunde“, sagt Ronny nur und setzt sich. „Ich dachte, wir brauchen vorher noch etwas Treibstoff.“
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